Für die Untersuchung wird der hochfrequenter Linearschallkopf (z.B. 7,5 MHz) verwendet. Die Schilddrüse wird bei einem leicht überstreckten Kopf geschallt, wobei der Untersucher darauf achten sollte, den Schallkopf ohne viel Druck auf den Hals aufzulegen (anders als im Abdomen-Sono). Die Lappen werden nacheinander systematisch durchmustert. Man beginnt mit der Durchmusterung eines Schilddrüsenlappens im Querschnitt durch Verschieben des Schallkopfes im Querschnitt (1). Hat man den Schnitt mit der größten Ausdehnung des Lappens gefunden, so kann man nach Betätigen der Freeze-Taste den Lappen im Querschnitt ausmessen (s.u.: Volumetrie). Anschließend erfolgt die Durchmusterung des Seitenlappens im sagittalen Längsschnitt (2). Tipp: durch Drehen des Schallkopfes vom Querschnitt in den Längsschnitt ohne dabei die Schildrüse aus dem Zentrum des Schallbildes zu verlieren, lässt sich leicht der Längsschnitt einstellen. Nach dem der Schilddrüsenlappen auch im Längsschnitt durchmustert wurde (durch Verschieben und leichte Kippbewegungen in der Längsebene), sollte nun auch in diesem Schnitt die maximale Länge vom Oberpol zum Unterpol nach Einfrieren des Bildes ausgemessen werden (s.u.: Volumetrie). Anschließend folgt die Durchmusterung des anderen Lappens nach gleicher Vorhergehensweise (3 und 4). Nach der Durchmusterung beider Seitenlappen wird der zentral auf der Trachea liegende Isthmus geschallt und seine Tiefe ausgemessen (5).

Orientierung:
Die Schilddrüse ist echoreicher als die davor liegende Muskulatur.
Im Querschnitt sind die A. carotis communis sowie die V. jugularis interna zu sehen. Um diese unterscheiden zu können, kann der Untersucher den Schallkopfdruck dosiert leicht erhöhen, wodurch die V. jugularis interna komprimiert wird, während die A. carotis communis annähernd kreisrund bleibt. Lässt man den Patienten schlucken, so erkennt man leicht die Lage des Ösophagus.

Volumetrie

Ausmessung rechter Schilddrüsenlappen im Querschnitt

Ausmessung rechter Schilddrüsenlappen im Längsschnitt

Ausmessung Schilddrüsenisthmus im Querschnitt

Vorgehen

  • Vorgehen:
  1. Bestimmung des maximalen Quer- und Sagittaldurchmessers der getrennten Lappen.
  2. Ausmessen des craniocaudalen Durchmessers im Längsschnitt.
  3. Multiplikation der jeweiligen ausgemessenen Werte untereinander und mit dem Faktor 0,5.
  • V = 0,5 x A x B x C
  • Der Sagittaldurchmesser des Isthmus wird zwar nicht in die Berechnung mit einbezogen, sollte jedoch im Befund mit angegeben werden.
  • Im Beispielbild: Volumen des rechten Schilddrüsenlappens
    • V = 0,5 x 14,2mm x 13,7mm x 47,4mm = 4611 mm^3 = 4,6 ml
    • Isthmus: 1,7 mm

Normwerte (deutsche Population) beider Seitenlappen zusammen

Alterweiblichmännlich
Neugeborene< 2,3 mL< 3,5 mL
1 – 4 Jahre< 4,7 mL< 3,8 mL
5 – 10 Jahre< 6,5 mL< 6,0 mL
11 – 12 Jahre< 14,6 mL< 13,9 mL
Erwachsene< 18,0 mL< 25,0 mL
Quelle: Hofer M, Hrsg. 9., erweiterte und aktualisierte Auflage. Stuttgart: Thieme; 2017. doi:10.1055/b-005-143667

Normwerte Erwachsene (beide Seitenlappen zusammen; deutsche Population):

weiblich: < 18,0 ml
männlich: < 25,0 ml